Ist es nicht Sache einen jeden Einzelnen, zu entscheiden, ob er rauchen möchte oder nicht? Gewiß, aber das Problem liegt doch darin, dass im Schnitt mit jedem Raucher fünf Nichtraucher "mitrauchen", von denen einige vielleicht nichts dagegen haben, die anderen aber dies nicht wollen oder - weil sie Allergiker sind - nicht können oder dürfen.
Dass Raucher ihre Gesundheit - zum Teil ernsthaft - schädigen und die Solidargemeinschaft, also auch die Nichtraucher, dafür aufkommen muss, ist eine Tatsache, die hier aber nicht weiter betrachtet werden soll. Dieses Phänomen gilt letztlich auch für andere Süchte und das Solidaritätsprinzip der Krankenkassen ist gut und sollte nicht in Frage gestellt werden.
Das Problem ist das zwangsweise Passivrauchen, also die Beeinträchtigung einer Mehrheit durch eine Minderheit. Etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschlands raucht und zwei Drittel sind eigentlich Nichtraucher, werden aber mehr oder weniger durch Passivrauchen beeinträchtigt.
Dieses Spannungsfeld bildete auch den Kern der Bundestagsdebatte vom 31.05.01 (Weltnichtrauchertag) zum Antrag einer interfraktionellen Gruppe von 135 Abgeordneten "Für einen verbesserten Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz", der eine Änderung der Arbeitsstättenverordnung zum Ziel hatte. Hier einige Auszüge: